WM 2026: Die DACH-Außenseiter — Österreich und Dänemark können überraschen
Die Weltmeisterschaft 2026 ist nicht allein Sache von Brasilien, Frankreich und Deutschland. Im Schatten der großen Namen brodelt es bei den Außenseitern. Zwei Teams interessieren die deutschsprachige Welt besonders: Österreich und Dänemark. Warum diese Mannschaften mehr sind als bloße Statisten im Mexiko-USA-Kanada-Turnier.
Österreich: Europas Geheimwaffe
Die österreichische Nationalmannschaft unter Trainer Ralf Rangnick hat sich in den letzten drei Jahren grundlegend neu erfunden. Mit 41 Länderspielen und einer stabilen Defensive zählt Österreich nicht zu den zehn Top-Favoriten, aber zu den Teams, die niemand im Achtelfinale treffen möchte.
Das Fundament: Defensiv-Solidität
Österreichs Stärke liegt in der Kompaktheit. Ihre Viererkette — mit Spielern wie Philipp Lienhart (FC Freiburg) und Maximilian Wöber (AS Rom) — erlaubt selten sogenannte “Big Chances”. Die Quote: nur 1,2 Tore pro Spiel gegen Österreich in den Qualifikationsspielen.
Das ist kein Zufall. Rangnick hat ein System etabliert, das auf Kompaktheit baut:
- Tiefe-Kompression: Die Außenverteidiger spielen eng zur Mittellinie
- Gegenpressing: Nach Ballverlust schnelles Wiedererobern in der gegnerischen Hälfte
- Lange Bälle: Auf Konter-Situationen ausgerichtet
Die Angriffswaffe: Christoph Baumgartner
Mit 18 Länderspiel-Toren in 53 Spielen ist Christoph Baumgartner einer der effizienzesten Stürmer Europas. Sein durchschnittliches Tor alle 2,9 Spiele überragt viele etablierte Torjäger. Bei Hoffenheim hat er sich zu einem der verlässlichsten Ausfallmänner der Bundesliga entwickelt.
Baumgartner ist nicht nur Torschütze. Er ist auch Speichel-König des Gegenpressing: In acht von zehn Spielen erobert er den Ball im letzten Drittel zurück.
Dänemark: Das unerschrockene Skandinavien
Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand hat aus einem Team, das 2020 bei der EM tragisch scheiterte (Eriksen-Kollaps im Gruppenspiel gegen Finnland), eine respektable Kraft geformt. Mit 17 Toren in 10 Qualifikationsspielen ist Dänemark ein Stück weiter vorne als Österreich.
Die defensive Mentalität Skandinaviens
Dänemarks Spielweise ist präzise und organisiert — typisch skandinavisch. Die Mannschaft erlaubt ihren Gegnern 47% Ballbesitz, aber nur 2,1 Schüsse pro Spiel aufs Tor. Das ist Defensivarbeit auf Weltklasse-Niveau.
Christian Eriksen (Manchester United) ist nach seinem Sturz bei der EM 2020 nicht nur physisch, sondern auch mental zurückgekehrt. Seine Präzision im Mittelfeld (89% Pass-Quote) macht Dänemark zu einem Team, das Ballbesitz in Gefahr umwandelt.
Die unerwartete Achille’s-Ferse
Dänemarks Problem: die Flügel. In der WM-Qualifikation zeigte sich, dass auf links (gegen Brasilien) und rechts (gegen Frankreich-ähnliche schnelle Gegner) Verwundbarkeiten lauern. Hier könnte ein Team wie Deutschland oder Brasilien Dänemark unter Druck setzen.
Warum beide im Achtelfinale realistische Chancen haben
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Gruppe positionieren: Sowohl Österreich als auch Dänemark wurden in Gruppen mit ausgewogenen Gegnern platziert. Keine unmögliche Aufgabe wie “Brasilien + Spanien + Deutschland” in einer Staffel.
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Mental unbefangen: Sie spielen ohne den Druck, Favorit zu sein. Das befreit. Österreich unter Rangnick und Dänemark unter Hjulmand haben beide das Selbstvertrauen, gegen Elite-Teams zu bestehen.
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Set-Pieces: Beide Teams sind sehr effektiv bei Standards. Österreich traf in Qualifikation 4 Tore aus Freistößen; Dänemark 3. Das kann entscheidend sein.
Das Szenario für überraschende Erfolge
Österreich: Schafft es, Favoriten in der Gruppe zu überraschen, und trifft dann im Achtelfinale auf einen ausgelaugten Top-Team. Mit Baumgartner im Form und Rangnicks Pressingfußball könnte eine 1:0- oder 2:1-Sensation möglich sein.
Dänemark: Nutzt die Erfahrung von Eriksen, um die Gruppenphase zu dominieren, und fährt dann mit Selbstvertrauen ins K.O.-System. Die skandinavische Giftmischung aus Defensive und Effizienz könnte ein Achtelfinale-Gegner fürchten.
Das Fazit für deutschsprachige Fans
Die WM 2026 wird nicht nur von den üblichen Verdächtigen entschieden. Mit Österreich und Dänemark haben zwei DACH-nahe oder skandinavische Außenseiter das Zeug, um das Turnier aufzumischen. Wer sie im Achtelfinale trifft, kann Pech haben — und das ist die beste Definition von Überraschung.
FAQ
Kann Österreich Favorit für den Titel werden? Nein, Österreichs Chancen liegen bei etwa 1-2% für den Gesamttitel. Aber ins Viertelfinale? Das ist möglich.
Hat Dänemark eine bessere Chance als Österreich? Dänemark hat leicht bessere Spieler in Schlüsselpositionen (Eriksen, diverse Bundesliga-Profis). Aber beide haben ähnliche Chancen für ein überraschendes Aus im Achtelfinale.
Wer ist der Schlüsselspieler für Österreich? Christoph Baumgartner. Ohne ihn verliert Österreich seine Torbedrohung.
Wie weit können sie gehen? Realistisch: Gruppenexit (für schwächere Gruppen) oder Achtelfinale (mit Glück). Viertelfinale wäre große Überraschung.
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