Jede WM hat ihr prominentes Opfer in der Gruppenphase. 2014 scheiterten Spanien und Italien als Welt- und Vize-Weltmeister. 2022 schieden Deutschland und Belgien früher als erwartet aus. 2026, mit 48 Teams und Vierergruppen, ist der Fehlermargin minimal. Ein schlechtes Spiel und du bist raus. Hier sind fünf Mannschaften, die die erste Runde nicht überstehen — und ja, eine davon taucht in allen Prognosen als Kandidatin auf.
1. Belgien: die Goldene Generation ist verrottet
Hazard zurückgetreten. De Bruyne mit 35 Jahren und einer Verletzungsakte, die mehr Seiten füllt als sein Palmares mit Belgien. Lukaku trifft weiterhin, aber in einer türkischen Liga, die niemanden täuscht. Courtois kämpft seit zwei Saisons mit seinem Knie.
Die belgische Goldene Generation hatte ihr Fenster zwischen 2018 und 2022. Sie haben es nicht genutzt. Was bleibt, ist ein Team aus müden Veteranen und Jungen, die in einem großen Turnier nichts bewiesen haben. Belgien kommt zur WM 2026 durch Trägheit, nicht durch Niveau. In einer Gruppe mit einer in Form befindlichen afrikanischen oder asiatischen Mannschaft werden sie Dritte.
2. England: der ewige Fluch geht weiter
Bevor sich die Engländer beleidigt fühlen: Das Argument ist nicht, dass England kein Talent hat. Das hat England mehr als genug. Bellingham, Saka, Rice, Foden — auf dem Papier einer der besten Kader des Turniers. Englands Problem war noch nie das Talent. Es ist der Druck.
Seit 1966 hat England exakt null wichtige Turniere gewonnen. Alle vier Jahre wiederholt sich der Zyklus: maximale Erwartungen, mittelmäßige Leistungen, enttäuschendes Ausscheiden, nationale Debatte über das Gescheiterte. Bei einer WM in US-Zeitzonen, mit langen Reisen zwischen Spielorten und dem Gewicht, “Favorit” zu sein, hat England alle Zutaten für einen frühen Stolperer. Ich sage nicht unbedingt, dass sie in der Gruppenphase scheitern — aber wenn sie in eine schwere Gruppe geraten, würde mich ein Drittplatz nicht überraschen.
3. Saudi-Arabien: der Kater von 2022 ist verflogen
Ja, Saudi-Arabien hat Argentinien in Katar 2022 geschlagen. Es war einer der größten Momente der WM-Geschichte. Und es wird sich nicht wiederholen.
Dieses Ergebnis war ein perfekter Sturm: ein selbstgefälliges Argentinien, eine Abseitsregel, die drei Tore annullierte, und eine saudische Mannschaft, die lief, als gäbe es kein Morgen. Aber nach diesem Spiel verlor Saudi-Arabien gegen Polen und Mexiko und fuhr nach Hause. Das Wunder dauerte 90 Minuten. 2026, ohne das Überraschungselement und mit einer Heimliga, die auf importierte Stars statt auf lokale Entwicklung setzt, haben die Saudis nicht das Niveau, um mit den europäischen und südamerikanischen Topnationen in ihrer Gruppe zu konkurrieren.
4. Mexiko: der verfluchte Gastgeber
Das wird wehtun. Mexiko spielt zu Hause — zumindest teilweise — und hat die Pflicht, die Gruppenphase zu überstehen. Aber die mexikanische Nationalmannschaft befindet sich seit Jahren im Niedergang. Die Liga MX exportiert immer weniger Talent nach Europa. Die Abhängigkeit von alternden Veteranen ist besorgniserregend. Und Mexikos Geschichte als Gastgeber in Knockout-Runden gibt es nicht über das Achtelfinale hinaus.
Das “fünfte Spiel” war Mexikos Albtraum seit Jahrzehnten. 2026 kommen sie vielleicht gar nicht erst dazu, daran zu denken. Der Druck, zu Hause zu spielen, mit einem vollen Stadion, das eine Heldentat erwartet, kann ein zweischneidiges Schwert sein. Wenn sie das erste Spiel verlieren, wird die Atmosphäre toxisch. Und in einer Vierergruppe, wo nur zwei sicher weiterkommen, ist ein früher Stolperer fast ein Todesurteil.
5. Dänemark: die EM-Illusion
Dänemark erreichte das Halbfinale der EM 2021 mit der emotionalen Geschichte von Eriksen und einer Mannschaft, die mit dem Herzen spielte. Schön. Aber Weltmeisterschaften werden nicht mit Geschichten gewonnen.
In Katar 2022 erzielte Dänemark null Tore in der Gruppenphase und fuhr ohne Spur nach Hause. Ihr Kader ist kompetent — Højlund, Eriksen, Christensen — aber ihnen fehlt die Banktiefe und die individuelle Hierarchie, um eine schwierige Gruppe zu überstehen. Sie sind das Team, das auf dem Papier gefährlich aussieht und verschwindet, wenn der Druck steigt.
Das Muster, das niemand sehen will
Was diese fünf Teams verbindet, ist dasselbe: die Lücke zwischen Ruf und Realität. Belgien lebt von einer Generation, die vergangen ist. England lebt von einem Versprechen, das nie eingelöst wird. Saudi-Arabien lebt von einem Spiel. Mexiko lebt davon, Gastgeber zu sein. Dänemark lebt von einer EM vor fünf Jahren.
Die WM 2026 wird brutal für Teams sein, die ankommen und glauben, der Name auf dem Trikot reicht. Mit 48 Mannschaften ist der Wettbewerb breiter als je zuvor. Und die Opfer der Gruppenphase werden illustrer sein, als irgendjemand zugeben möchte.
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